Geschichte

Es treibt der Wind im Winterwalde

die Flockenherde wie ein Hirt

und manche Tanne ahnt wie balde

sie fromm und lichterheilig wird;

und lauscht hinaus. Den weissen Wegen

streckt sie die Zweige hin - bereit

und wehrt dem Wind und wächst entgegen

der einen Nacht der Herrlichkeit.

 

(Rainer Maria Rilke)


Advent

Advent (von lat.:adventus = Ankunft) ist der Beginn des christlichen Jahreskreises mit der Vorbereitung auf Weihnachten.

Der erste Advent ist am Sonntag zwischen dem 27. November und dem 3. Dezember. Mit dem ersten Advent beginnt in den katholischen und evangelischen Kirchen das neue Kirchenjahr. Die Adventszeit endet am Heiligen Abend mit dem Sonnenuntergang. In den deutschsprachigen Ländern verbreitet sind Rorate genannte Eucharistiefeiern im Kerzenlicht (katholisch).

Das Licht ist ein Symbol für Hoffnung, die Abwehr des Bösen, und es vertreibt die Dunkelheit.

 


Adventskranz

Der Adventskranz wurde von Johann Hinrich Wichern (1808-1881) eingeführt. Er war Theologe und Erzieher, welcher obdachlosen Kindern und Jugendlichen im "Rauhen Haus" neben der lebenswichtigen Versorgung die Möglichkeit gab, einen Beruf zu erlernen. Das "Rauhe Haus" ist ein von ihm 1833 eingerichtetes Hamburger Waisenhaus.

Da die Kinder während der Adventszeit immer fragten, wann endlich Weihnachten sei, baute er 1839 aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz. Er bestückte ihn mit 19 kleinen roten Kerzen für die Wektage und 4 grossen weissen Kerzen für die Sonntage. Jeden Tag der Adventszeit wurde nun eine Kerze mehr angezündet.

Aus dieser Idee entwickelte sich der Adventskranz mit 4 Kerzen, so wie wir ihn heute kennen. Seit 1860 wird der Kranz mit Tannengrün geschmückt und seit Anfang des 20. Jahrhunderts gehört er zum deutschen Adventsbrauchtum. In Österreich und Süddeutschland (Bayern) wurde der Brauch erst nach 1930 übernommen.